Veleda - Nationalheldin der Deutschen (1-3)

 

 

 

 

 

 

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Veleda (Velleda, Velléda, Velēda, Weleda) (4-5) wurde um 30 n. Chr.(6) als Tochter eines Lippe- Brukterer-Fürsten am Stammsitz der Lippe-Brukterer (7)  im heutigen Lippstadt (Lupia oppidum, Luppia, Lippe) (8)  geboren. Sie war 15 Jahre, von 63 bis 77 n. Chr., geistliches und politisches Oberhaupt des freien Germaniens östlich der Rheingrenze und eine Anführerein im Kampf gegen die römische Besatzungsmacht am Rhein.

69 ging Veleda mit Civilis, dem Anführer der Bataver, westlicher Nachbarn des freien Germaniens, ein Bündnis gegen Rom ein, das als einer der großen Freiheitskämpfe (9)  der Germanen gegen ihre römischen Besatzer die Geschichte geprägt hat. Im Laufe des Rheinkrieges  69/70 wurden von der germanischen Rebellenarmee alle rheinischen römischen Militärstützpunkte zwischen Mainz und der Nordsee erobert und zerstört. Rom musste ein Drittel seiner weltweit eingesetzten Streitkräfte aufwänden, um die Erhebung der Germanen in den Griff zu bekommen. Gewonnen hat Rom den letzten großen Germanenkrieg 69/70 nicht. Veleda, die wie Civilis perfekt Latein sprach, wurde als Verhandlungsführerin des freien Germaniens zu Friedensverhandlungen nach Rom gebeten, und beendete die Kampfhandlungen mit einem politisch geschickt ausgehandelten Friedensvertrag.

Auch in den Jahren nach dem Rheinkrieg führte Veleda von ihrem mit einem hohen Turm ausgestatteten Lippstädter Fürstenhof aus die politischen Geschäfte der freien Germanen. Als es 70 zwischen Ubiern und Tenkterern zu einer Auseinandersetzung um den freien Zugang in die Stadt Köln und um die Nähe der Ubier zu den Römern ging, reiste eine hochrangige ubische Delegation von Köln nach Lippstadt. Auch die Tenkterer schickten ihre Verhandlungsführer. Veledas Schiedsspruch, den beide Verhandlungsparteien akzeptierten, rettete die Stadt Köln vor der Zerstörung durch die Tenkterer.
 

Bücker, Veleda, Antlitz
       Veleda-Statue von Heinrich
       Bücker, Vellern

 

 

 

 

77 wurde Veleda von Gallicus, damaligem Oberbefehlshaber des besetzten Germaniens westlich des Rheins, nach einem neuen Aufstand der Brukterer gefangen genommen und nach Rom gebracht. Dort bat Kaiser Vespasian Veleda, auch für ihn als Ratgeberin tätig zu werden. Vespasian unterstütze bis zu seinem überraschenden Tod im Juni 79 Veleda finanziell und auch sein Sohn und Nachfolger Titus achtete ihre Integrität.

Veleda starb in den 80er Jahren (10)  im südlich von Rom gelegenen Ardea. Eine 1926 gefundene Marmortafel aus Ardea ist das letztes Lebenszeichen der  "hochgewachsenen Jungfrau namens Veleda, die verehrt wird bei den Rheinwassertrinkern".

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1.   Veledas Herkunft
2.   Veledas Kolleginnen
3.   Stämme und Stammsitze
4.   Lippstadt zur Zeit Veledas
5.   Veledas Ausbildung
6.   Veleda wird geistliches und politisches Oberhaupt
7.   Veleda und Civilis
8.   Bataveraufstand oder der Befreiungskrieg am Rhein
9.   Veledas Bedeutung in der Geschichte
10. Literatur

 

Veleda-Epigramm,kl

            Veleda-Epigramm aus Ardea
            mit Ergänzungen

 

 

 

 

 

 

Veledas Herkunft

Die Lippe-Brukterer waren der tapferste und unbeugsamste aller westfälischen Germanenstämme (1). Anders als andere Germanenstämme, die sich von den Römern vertreiben, umsiedeln oder als Verbündete dem römischen Herrschaftsbereich einverleiben ließen, blieben die Lippe-Brukterer in den fast 800 Jahren ihrer in der Geschichte bezeugten Existenz ein freies Volk, das sich zu keiner Zeit dem römischen Herrschaftsanspruch unterwarf.  Erst 695 verlor sich ihre Spur (aus Brukterer war wohl Borathra geworden). "Die Brukterer gehörten zu den gefährlichsten germanischen Feinden Roms", urteilte der Bonner Althistoriker Petrikovits.

Von den Lippe-Brukterern unterschieden sich die Ems-Brukterer, die bis Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Erwähnung fanden (2). Auch die später auftretenden Rhein-Brukterer sind nur bis Mitte des 5. Jahrhunderts nachgewiesen. Die
Lippe-Brukterer wurden auch als kleine Brukterer bezeichnet, die Ems-Brukterer waren die großen Brukterer.

Römerhelm Lippe1

       Römerhelm aus der Lippe

 

 

Die erste Begegnung zwischen Römern und Lippe-Brukterern fand 12 v. Chr. statt, als Drusus erstmalig das besetzte
Germanien links des Rheins verließ und ins westfälische, freie Germanien rechts des Rheins vorrückte. Drusus zerstörte dabei die Dörfer der Sugambrer, den südlichen Nachbarn der Lippe-Brukterer zwischen Lippe und Ruhr, und besiegte die Tenkterer und Usipeter. In Haltern-Annaberg an der Lippe baute Drusus 12 v. Chr. sein erstes Lippe-Kastell und in Kneblinghausen südlich von Lippstadt errichtete er ein weiteres Römerlager auf dem Boden des freien Germaniens. Es diente dem Schutz der dort an einen römischen Unternehmer verpachteten Bleigruben. Mit den Ems-Brukterern liefert er sich ein Gefecht auf der Ems.

11 v. Chr. drang Drusus tiefer in das Gebiet der Lippe-Brukterer ein und marschiert bis zur Weser. In Lippstadt-Cappel errichtet er das Römerlager Aliso I (3). Auf dem Rückmarsch zum Rhein im Spätsommer 11 v. Chr. geriet Drusus in einen Hinterhalt der vom Cherusker Sigimir angeführten vereinten Germanenstämme bei Arbalo und wäre fast besiegt worden, hätte nicht Inguiomerus, der Onkel von Arminius, lieber Beute gemacht als weiter gekämpft, um den Sieg in dieser Schlacht zu erringen (wie übrigens ein Vierteljahrhundert später in gleicher Form in der Schlacht bei Lippstadt).

9 v. Chr. durchquerte Drusus erneut Lippe-Brukterer-Gebiet auf dem Weg zur Elbe. Auf dem Rückweg brach er sich beim Sturz vom Pferd den Oberschenkelhalsknochen und starb am 14. September 9 an Wundbrand im Römerlager Paderborn (Castra Scelerata). Zuvor hatte Drusus an der Elbe eine germanische Seherin befragt, die ihm sein bevorstehendes Ende prophezeite.

9-6 v. Chr. war Tiberius Truppenführer am Rhein und drang bis zur Elbe vor, ohne dass von großen Schlachten berichtet wurde. Tiberius strukturierte die Truppenpräsenz in Germanien neu, siedelte die Sugambrer auf die linke Rheinseite um und löste das Lager in Oberaden auf.

8 v. Chr. dehnten die Brukterer ihr Stammesgebiet von Lippstadt bis zur mittleren Lippe aus, weil die Tenkterer, die hier wohnten, auf ehemals sugambrisches Gebiet übersiedelten.

6 v. Chr. - 1 n.Chr. war Lucius Domitius Ahenobarbus Statthalter von Illyricum und gleichzeitig Oberbefehlshaber der Rheinarmee. Er baute von Aliso I aus die Pontes longi (4) zwischen Lippstadt und Wiedenbrück weiter aus. Statt von großen Schlachten berichten die Quellen von Infrastrukturmaßnahmen (z.B. werden Heerstraßen auf beiden Seiten der Lippe angelegt).

1-3 n. Chr. war Marcus Vinicius römischer Oberbefehlshaber der Rheinarmee und wurde in verlustreiche Kämpfe der Germanenstämme der Cherusker und Brukterer gegen die Römer verwickelt. Die Kämpfe 1-3 n. Chr. gingen als immensum bellum in die römische Geschichte ein.

3 n. Chr. wurde das Römerlager Lippstadt-Cappel (Aiso I) durch die Lippe-Brukterer zerstört und von den Römern nicht wieder aufgebaut. Aliso I beherrschte 15 Jahre lang den Lippehafen bei Lippstadt.

4 n. Chr. war Tiberius erneut Oberbefehlshaber in Germanien und besiegte die Cherusker. Die Cherusker-Fürstensöhne Arminius (20) und Flavius (18) halten sich in Rom auf, der Cherusker-Fürstensohn Segimund kehrte aus Rom zurück und wurde Priester am Ara Ubiorum in Köln. Die Cherusker wurden Bundesgenossen der Römer.

5 n. Chr. halfen die Cherusker Tiberius beim Sieg gegen die Chauken

6 n. Chr. wurde Publius Quinctilius Varus Oberbefehlshaber der Rheinarmee.

7 n. Chr. baute Varus seinen Sommersitz in Hameln aus und kontrollierte auf diese Weise das Cherusker-Gebiet.

8 n. Chr. wurde Arminius, aus Rom zurückgekehrt, Rittmeister der Hilfstruppen des Varus.
 

9 n. Chr. kämpften die Lippe-Brukterer an der Seite der Cherusker und unter der Führung von Arminius gegen Varus und vernichteten die römischen Legionen XVII, XVIII und XIX. Sie eroberten dabei den Adler der XIX-Legion und behielten ihn bis 15 n. Chr. als  Siegestrophäe über die Römer. Im selben Jahr brannten die Lippe-Brukterer auch das Römerlager Anreppen und alle anderen römischen Stützpunkte auf ihrem Gebiet, die Lippe abwärts, nieder.

11 n. Chr. griffen die Lippe-Brukterer die Truppen des Tiberus erneut an. Tiberius hatte nach der Varus-Niederlage wieder den Oberbefehl über die römische Rheinarmee übernommen. Tiberius wäre fast einem Attentat des Brukterers Istomer zum Opfer gefallen, konnte aber einen Teil des Brukterergebietes zerstören und kehrte im Herbst nach Rom zurück.

12 n. Chr. erhielt Nero Claudius Germanicus den Oberbefehl über die römische Rheinarmee.

13 n. Chr. richtete Germanicus sein Hauptquartier in Köln ein, um dort aus seine Feldzüge der Jahre 14-16 strategisch vorzubereiten.

14 n. Chr. fand im Herbst der erste Lippefeldzug des Germanicus von Xanten aus statt. Germanicus zog die Lippe entlang und von Lippstadt aus südwärts gegen die Marser, teilte die Truppen in vier Abteilungen und richtete erhebliche Verwüstungen in den Dörfern der Marser und der südlichen Lippe-Brukterer an. Sein Ziel, das Hauptheiligtum der  Istävonen, den Tempel der Göttin Tamfana, zu zerstören, gelang ihm (5). Die Brukterer überfielen gemeinsam mit anderen Stämmen die römischen Truppen auf deren Rückmarsch ins Winterlager, um die Zerstörung ihres Tamfana-Heiligtums zu rächen, wurden aber zurückgeschlagen

Wald 50 n.Chr.,kl

       Laubwald, hellgrün, 50 n. Chr.

 

 

 

15 n Chr. besiegten die Lippe-Brukterer gemeinsam mit den Cheruskern Caesina in der Schlacht bei Lippstadt (6). Caesina war auf dem Rückweg von gemeinsamen Kämpfen mit Germanicus gegen die Cherusker aus deren Wohngebieten.

16 n. Chr. führte Germanicus zwei große Feldzüge durch. Der erste Feldzug  führte ihn die Lippe entlang erneut gegen die Marser, die Aliso II belagerten, sich aber kampflos zurückzogen. Die Heerstraße nach Aliso II ließ er ausbauen. Für den  zweiten Feldzug ließ Germanicus über 1000 neue Schiffe bauen, mit denen er über die Nordsee die Weser aufwärts fuhr und sich heftige Schlachten mit Angrivariern, Brukterern und Cheruskern lieferte (Schlachten bei Idistaviso und am Agrivarierwall.)

17 n. Chr. (26.05.) provozierte Germanicus die Lippe-Brukterer erneut, als er nach Rom zurückgekehrt brukterische Gefangene in einem Triumphzug mitführte und vorführte.

21 n. Chr. wurde Arminius von der eigenen Verwandtschaft ermordet. Während die Cherusker sich mehr und mehr mit sich selbst beschäftigten und sich Rom annäherten, blieben die Lippe-Brukterer Garant für ein freies Germanien.

In diese zeitgeschichtliche Situation wurde Veleda als Fürstentochter eines dem Namen nach nicht bekannten Lippe-Brukterer-Fürsten hineingeboren.

Die Jahre 16 - 69 n. Chr. nach Beendigung des 30jährigen römisch-germanischen Krieges waren relativ friedliche Jahre im freien Germanien. Die Nähe der östlich angesiedelten Cherusker zu den westlich stationierten Römern waren den Lippe-Brukteren zwar suspekt, aber obwohl sie sich niemals ergeben haben, profitierte auch Veledas Volksgruppe vom zunehmenden Handel mit den Römern und dem damit einhergehenden Wohlstand.

Es wurde üblich, dass germanische Stammesführer ihre Kinder zur Ausbildung nach Rom schicken und Rom schickte neben Waren auch Importkönige nach Germanien (47 wurde Italicus, Sohn des Flavus, von Rom aus geschickt, um König der Cherusker zu werden). Auch Veleda war vermutlich in Rom und lernte die römische Sprache und Kultur kennen.

Die Germanen waren gern gesehene Gäste in Rom, häufig treue Verbündete oder so zuverlässig und ergeben, dass die Bataver sogar die Leibwache von Kaiser Nero stellten. Nero 54 - 68 n. Chr., römischer Kaiser, war blond und blauäugig, ungewöhnlich für einen Römer, seine Mutter war in Köln geboren, mit
17 Jahren wurde er Kaiser in Rom.

58 n. Chr. standen die Lippe-Brukterer in erneuten Kämpfen mit Rom, weil sie die Amsivarier bei ihrem Versuch, rechtsrheinisch römisches Militärterritorium zu besetzen, unterstützten. Die Brukterer dehnten ihren Einfluss bis an den Rhein aus, als die Usipier ihr Stammesgebiet an der unteren Lippe räumten.

Im freien Germanien hatte 63 n. Chr., wie alle 9 Jahre, die große Versammlung der Instävonen (Brukterer, Chatten, Cherusker, Marser, Tenkterer,  Usipeter) stattgefunden und Veleda war zum geistigen und politischen Oberhaupt der freien Germanenstämme gewählt worden. Sie zog in einen Turm an der Lippe bei Lippstadt und nahm ihre Regierungsgeschäfte auf.

60 - 61 n. Chr. hatte eine andere Königin und Heerführerin, Boudicca, Frau des britischen Prasutagus, König der Icener (Norfolk), nach dessen Tod die Macht in England übernommen. Die römischen Besatzer aber wollten Boudicca als Königin nicht akzeptieren, ließen sie gefangen nehmen und öffentlich auspeitschen und vergewaltigten ihre minderjährigen Töchter. Unter Führung von Boudicca griffen die aufständischen Truppen Colchester (Camulodunum) an, töteten die Einwohnen, brannten die Stadt nieder. Auch London (Londinium) und St. Albans (Verulamium) wurden eingenommen. Obwohl zahlenmäßig unterlegen, besiegte der römische Oberbefehlshaber in Britannien, Paulinus, mit nur zwei Legionen Boudicca in der Nähe von St. Albans und beendete den Aufstand.

Auch Veleda hätten die Römer als Oberhaupt der Germanen nie akzeptiert, wenn sie etwas gegen sie hätten ausrichten können. Doch im freien Germanien war römische Macht nicht mehr vorhanden.

 

 

 

 

 

 

 

Veledas Kolleginnen

Veleda hatte prominente Vorgängerinnen. Waluburg, Seherin der Semnonen, wurde im 2. Jh. v. Chr. auf einer römischen Soldliste von der ägyptischen Insel Elephantine erwähnt, oder Aurinia, die zur Zeit von Drusus und Tiberius in Erscheinung trat. Die Semnonin Ganna, die Ende des 1. Jh. n. Chr. mit dem Semnonenkönigs Masyas nach Rom kam und unter Domitian wirkte, folgte Veleda nach.

 

 

 

 

 

 

Stämme und Stammsitze

Die Brukterer, wie auch die Cherusker, Bataver und die andere germanische Stämme waren keine einheitliche Volksgruppe, sondern es gab rivalisierende Fürstenhäuser innerhalb des jeweiligen Stammes, die um die Vorherrschaft stritten.

Bei den Cheruskern als östliche Nachbarn der Brukterer herrschte über viele Jahre die Familie des Sigimir, nach dessen Tod sein Sohn Arminius die Herrschaft übernahm. Sein Gegenspieler Segestes, Cheruskerfürst wie Sigimir, versuchte mit Hilfe der Römer Sigimir auszustechen und als Germanenkönig die Königskrone des Maelos zu erlangen.  Varus wollte ihm behilflich sein, wie seine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Cherusker ausgegangen ist, ist allgemein bekannt.

Wo hatten diese Fürstenhäuser ihren Dienstsitz ? Sigimir, der Cherusker, hatte seinen Hauptsitz in der Weserfestung an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen (Hellwege, Salzstraßen) in Herford/Enger, Segestes auf der Moorburg in Segeste bei Bad Salzdetfurth. Die Moorburg war gut befestigt, Armenius gelang es 15 n.Chr. nicht, seine Braut Tusnelda vom Stammsitz ihres Vaters Segestes zu befreien, trotz Belagerung.
 

Schneider

       R. Schneider, Die römischen
       Militärstraßen an der Lippe,
       1878

Es liegt auf der Hand, dass auch die Lippe-Brukterer ihr Fürstenhaus an der Kreuzung der Haupthandelswege eingerichtet hatten.

Die Haupthandelswege im Gebiet der Lippe-Brukterer waren die Lippe, der West-Ost-Hellweg südlich von Lippstadt, die Lippe-Heerstraßen rechts und links der Lippe, der Nord-Süd-Hellweg (Friesen-Hellweg). Die Kreuzung all dieser Handelswege, also der Verkehrsknotenpunkt Nr. 1 in Westfalen zur Zeit von Christi Geburt, lag in Lippstadt-Cappel.

150 Jahre später war der Porto Aliso, also der Handelshafen von Lippstadt-Cappel, immer noch auf Ptolemäus-Karten verzeichnet.  Aber nicht nur die Nähe zu den Handelswegen wurde von den Fürsten geschätzt, sondern auch der Bodenreichtum der Gegend.

Die alte Solequelle in Salzdethfurth brachte Segestes Reichtum, ebenso wie die Solequellen rund um Lippstadt Veledas Vater zu einem reichen Mann machten.

 

 

 

 

 

 

Lippstadt zur Zeit Veledas

Bis 11.000 v. Chr. floss die Lippe nicht in den Rhein, sondern bog westlich von Lippstadt nach Norden ab und vereinigte sich mit der Ur-Ems zwischen Lippstadt und Wiedenbrück. Später, als Lippe und Ems (Amisia) ihren endgültigen Verlauf gefunden hatten, war es die Liese/Glenne, die bei Hochwasser Lippe und Ems verband.

Als die Römer 12 v. Chr. erstmalig die Lippe aufwärts ruderten, fanden Sie bei Lippstadt einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt vor. In Lippstadt endete nicht nur der für größere Schiffe schiffbare Teil der Lippe, sondern über die Glenne konnten die Römer auch die Ems erreichen. Lippe und Ems wurden im 30jährigen römisch-germanischen Krieg 14 v. Chr. bis 16 n. Chr. die wichtigsten Truppentransportwege hunderttausender Soldaten.

Die Römer entdeckten bei Lippstadt auch die Kreuzung der beiden bedeutensten westfälischen Handelsstraßen. Von Westen nach Osten führte der Hellweg 1, der von Duisburg am Rhein zur Weser (und später nach Magdeburg) führte. Bei Lippstadt-Erwitte kreuzte er den Friesen-Hellweg, der von Süden nach Norden (später von Frankfurt nach Lübeck) verlief. Die Handelsstraßen wandelten die Römer kurzerhand in Heerstraßen um und nutzten sie neben den Flüssen zum Truppentransport.

Ur-Lippe (11.000 c. Chr.), kl


Lippe 11.000 v. Chr.

 

 

 

Gleichzeitig bauten die Römer den Lippeweg am Nord- und Südufer der Lippe als Truppentransportweg aus. Der Süd-Nord-Übergang in Lippstadt bildete die Lippefurt im heutigen Nikolaiviertel. Dort war ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für Salz und Erze aus der Region, aber auch für Waren aus anderen Landesteilen. Außerdem war Lippstadt Hafenstadt, da hier der Kopfhafen und somit auch der größte Lippehafen an der oberen Lippe angelegt war.  

Zwischen Lippstadt und Wiedenbrück war das Gelände sehr sumpfig (Lippe-Ems-Sumpfgebiet). Seitdem die Lippe ihre Fließrichtung von Norden nach Westen geändert hatte, war das Gebiet von kleinen Flüssen und Bächen durchzogen, die dauernd über die Ufer traten. Noch heute erinnert die Bezeichnung Lipperbruch an das ehemals große Sumpfgebiet.

Die Lippe-Brukterer hatten, als die Römer nach Lippstadt kamen, den Hellweg  zwischen Lippstadt und Wiedenbrück bereits mit Dämmen, Brücken und Stegen befestigt, so dass ein ungehinderter Warentransport von Lippstadt nach Norden und zum Emshafen in Wiedenbrück gewährleistet war. Nach Süden war dieser Hellweg bis nach Kneblinghausen und ins Möhnetal gut befestigt. Diese von Lippstadt nach Wiedenbrück verlaufende Dammkonstruktion, von Ahenobarbus mit Pontes longi, lange Brücke, bezeichnet, wurde von ihm selber ab 6 v. Chr. für militärische Zwecke ausgebaut und weiter befestigt. Ahenobarbus war in diesen Jahren Oberbefehlshaber des römischen Heeres in Germanien.   

Bereits 11 v. Chr. hatte Drusus in Lippstadt-Cappel (1) ein römisches Kastell (Aliso I) errichten lassen (am Zusammenfluss von Lupia und Elison), dass Tiberius 4 n. Chr. weiter flussaufwärts nach Elsen/Paderborn (Aliso II) verlegte. 15 n Chr. kämpfte Germanicus gemeinsam mit Caesina (jeder hatte je 4 Legionen zur Verfügung) gegen Arminius im Werretal in der Dörreschlucht, dem wahrscheinlichen Schlachtfeld der Varus-Schlacht 9 n.Chr.. Arminius wurde zwar nicht besiegt, aber verletzt und nur nicht gefangen genommen, weil ihn germanische Hilfstruppen der Römer abziehen ließen.

Nach der Schlacht trennten sich für den Rückmarsch an den Rhein Germanicus und Caesina mit ihren Legionen. Caesina nahm mit seinen 4 Legionen den Weg über die pontes longi von Wiedenbrück nach Lippstadt, da er beabsichtigte, über den Haarstrang-Hellweg (Kneblinghausen, Möhnetal) zurück an den Rhein zu kommen. Der Hellweg Nr. 1 war bereits 9 n. Chr. von den Lippe-Brukterern unpassierbar gemacht worden. Die vereinigten Truppen aus Lippe-Brukterern und Cheruskern griffen nördlich Lippstadt  Caesina an. Die Legion I (Germanica) und die Legion V (Alaudae) konnten fliehen, während die Legionen XX (Valeria Victrix)  und XXI (Rapax) in schwere Kämpfe verwickelt wurden. Die Germanen hätten diese beiden Legionen vernichten können, wäre nicht der Truppenführer der Cherusker, Inguiomer, Arminius Onkel, nur auf Beute aus gewesen und nicht an einem Vernichtungssieg über die römischen Truppen interessiert.

Diese Schlacht bei Lippstadt 15 n. Chr. war eine der letzten großen Schlacht im 30jährigen römisch-germanischen Krieg, die letzten fand bekanntlich 16 n. Chr. bei Idistaviso und am Angrivarierwall statt. Nach 16 n. Chr. überließen die Römer die Lippe wieder den Lippe-Brukterern und es kamen mehr römische Händler und Kaufleute ins Brukterergebiet als römische Soldaten. Als Veleda 30 n. Chr. in Lippstadt geboren wurde, waren die alten Handelswege wieder offen und Lippstadt erlebte durch den massiv ausgebauten Warenverkehr mit römischen Waren aus den linksrheinischen Besatzungsgebieten einen neuen Aufschwung. 

 

 

 

 

 

 

Veledas Ausbildung

Die Römer versuchten unter Augustus die germanische Führungsschicht durch Ausbildung ihrer Kinder in Rom an die Grundlagen der römischen Zivilisation heranzuführen und an Rom zu binden (1). Die Kinder von Segestes und Sigimer, zwei rivalisierenden Cheruskerfürsten, waren  bereits vor Christi Geburt nach Rom gebracht worden, um dort neben der römischen Sprache auch römische Sitten und Gebräuche, römisches Militärwesen und römische Religion zu erlernen.

Segimund, der Sohn des Segestes, kehrte als römischer Priester 4 n. Chr. nach Germanien zurück und nahm in Köln am Ubier-Altar seinen Dienst auf. Als 9 nach Chr. Armenius den Feldzug gegen Varus plante, zerriss Segimund seine Priesterbinden und eilte den Cheruskern zu Hilfe. Seine Schwester Tusnelda, 10 vor Chr. in Segeste geboren, soll auch als Kind in Rom ausgebildet worden sein.

Die Kinder des Sigimir, Arminius, 16 v. Chr. und Flavius, sein jüngerer Bruder,  in Herford / Enger geboren, wurden in Rom zu Truppenführern ausgebildet und dort auch römische Staatsbürger.

Römische Schule2

            Römischer Lehrer, Schüler

 

 

 

Arminius kämpfte erfolgreich in Ungarn (Pannonien) bevor Varus ihn 7 n. Chr. als Anführer seiner Hilfsreiterei nach Germanien holte, die er bis September 9 n. Chr. führte. Flavius kämpfte von 6- 9 n. Chr. in Pannonien unter Tiberius und beteiligte sich nicht am Kampf seines Bruders in Germanien. Er blieb in Rom und verbrachte dort auch seinen Lebensabend. Sein Sohn Italicus wurde 47 n. Chr. von Rom aus als Cherusker-König nach Germanien geschickt und gab als erste Amtshandlung den 9 n. Chr. von der Cheruskern erbeuteten Legionsadler der XVIII Legion an Rom zurück.

Auch Civilis, Sohn eines hohen Bataver-Fürsten, erhielt seine Militärausbildung in Rom und diente Rom 25 Jahre als Feldherr.  

Während Armenius in Rom nur unvollständig Latein lernte, Flavius machte sich darüber lustig, beherrschte Veleda die Sprache perfekt. Veleda, 30 n. Chr. in Lippstadt geboren, war die Tochter eines vom Namen nach nicht bekannten Lippe-Brukterer-Fürsten. Veleda war hochgebildet, hatte wahrscheinlich in Rom nicht nur die römische Kultur und Geschichte kennen gelernt, sondern auch das römische Militärwesen und wahrscheinlich auch Civilis, der sich etwa gleichzeitig in Rom aufhielt. Wann Veleda wahrscheinlich über Köln nach Lippstadt zurückkehrte, um dort als geistliches und politisches Oberhaupt des freien Germaniens den Kampf gegen Rom ab 69 mit anzuführen, ist nicht bekannt.

 

 

 

 

 

 

Veleda wird geistiges und politisches Oberhaupt des freien Germaniens

Als Civilis 69 seinen Kampf gegen Rom aufnahm, kam er an einem Bündnis mit der mächtigsten Frau des freien Germaniens nicht vorbei.

Veleda hatte nach ihrem Romaufenthalt eine Priesterinnenlaufbahn eingeschlagen, die mit sakralen Tätigkeiten an den verschiedenen Kultplätzen der westfälischen Germanenstämme einherging. Dabei soll sie  auch zeitweise zurückgezogen in einer Höhle bei Bestwig (1) unweit des ehemaligen Tamfana-Tempels auf dem Istenberg in Olsberg-Bruchhausen (Bruchhauser Steine) gelebt haben. Germanicus hatte wahrscheinlich diesen Tempel 14 n.Chr. zerstört, als er während des Erntedankfestes am 23.09.14 mordend und brandschatzend vor allem die Dörfer der Marser südlich der Lippe verwüstete.

Im September 63 wurde wie alle neun Jahre das kultische Opfer-Höchstfest der Istävonen und ihr höchster Gerichtstag (2) abgehalten. An dieser Volksversammlung (Thing) nahmen wie gewöhnlich die Schicksalsfrauen, Seherinnen oder Priesterinnen der vertreten Stämme teil, und Veleda von den Lippe-Brukterern wurde vom Thing als höchstes geistiges Oberhaupt aller Istävonen gewählt.      

Damit stand Veleda hierarchisch auch den Seherinnen der anderen Germanenstämme vor, z. B. den Seherinnen der Ems-Brukterer mit ihrem Kultplatz in Floethe (Brochterbeck, Dörenther Klippen), der Cherusker mit der Teutoburg (Externsteine), der Marser mit  den Bruchhauser Steinen auf dem Istenberg südlich Brilon (südwestlich Marsberg) oder der Chatten in Hettenhain im Taunus.

Veleda-Höhle, kl.


       Veleda-Höhle in Bestwig-
       Vellmede

 

 

Die Germanen glauben an Kampfgöttinnen und an Draugen (Seelen, Geister) gefallener Kriegerinnen, Schutzgöttinnen und Schicksalfrauen, die miteinander verschmolzen  erschienen. Veleda wurde am ehesten zugetraut, Vorzeichen zu deuten und politische Ratschläge zu geben. Deshalb erhielt sie den höchsten Rang unter allen Priesterinnen. Ob ihre Gestalt, sie soll eine hochgewachsene Jungfrau gewesen sein, oder ihre Bildung oder ihr geschicktes Auftreten im Kreis der Stammesführer oder alles zusammen ihre Wahl begünstigt haben, ist nicht bekannt, aber denkbar.

Veleda nahm nach ihrer Wahl durch die Volksversammlung ihrer Dienstsitz am Fürstensitz ihres Vaters in Lippstadt ein. Der hohe Turm (3), von dem Tacitus berichtete, wird Teil der befestigten Fürstenburg der Lippe-Brukterer gewesen sein. Auch die Römer hatten bereits Signaltürme in Germanien errichtet, ob ein solcher Turm in Lippstadt stand ist nicht überliefert, aber auf Grund der strategischen Lage der Stadt wahrscheinlich.

Veleda wird in den Quellen als hochgewachsene brukterische Jungfrau und Seherin beschrieben. Und Veleda war mächtig. Schon Caesar berichtete 51 vor Chr. von der Macht weissagender Frauen der Germanen, die über Kampfhandlungen entschieden oder diese auch untersagten. Veledas Entscheidungen zu Krieg und Frieden wurde bedingungslos von allen Germanenstämmen aus ihrem Zuständigkeitsbereich akzeptiert.

Dabei konnten die germanischen Fürsten Veleda nicht direkt befragen, sondern ihre Fragen und Entscheidungsvorlagen wurden Veleda durch Mittelspersonen aus Veledas Verwandtschaft überbracht und ebenso ihre Antworten. Diese Form der Ehrerbietung erinnert an ähnliche Rituale am Han-Kaiserhof etwa zur gleichen Zeit in China. Veleda war eine kluge Politikerin und gebildete Führerin ihrer Zeit, keine blutrünstige Walküre.

Noch 11 v. Chr. waren an den Externsteinen 20 römische Offiziere gekreuzigt worden. Ob sie, wie bei den Kimbern 105 v. Chr. nach der Schlacht bei Arausio scheinbar noch geschehen, Menschenopfer darstellten, aus deren Blut und Eingeweiden die Seherinnen die Zukunft vorhersagten, ist nicht überliefert. Unter Veleda gehörten solche barbarischen Bräuche auf jeden Fall der Vergangenheit an.

 

 

 

 

 

 

Veleda und Civilis

Es gibt kaum zwei im Kampf vereinte gegensätzlichere Charaktere als Veleda und Civilis. Veleda, hoch gebildet, eine groß gewachsene, intelligente, diplomatische und machtbewusste Frau auf der einen Seite und Civilis der Haudegen, seit 25 Jahren in römischen Diensten, vom Kampf gezeichnet, ein Auge verloren, verwegen, tapfer und etwas größenwahnsinnig, der sich öffentlich gerne mit Hannibal verglich, als er das römische Weltreich herausforderte. Ganz unrecht hatte Civilis natürlich nicht mit seinem Hannibalvergleich, gegen Hannibal benötigten die Römer 8 Legionen, gegen Civilis und Veleda immerhin 10.

Um Veleda zu imponieren kaperte Civilis kurzerhand das Admiralsschiff (praetoriam navem) der römischen Rheinflotte, ließ die Trieme die Lippe aufwärts rudern und brachte sie Veleda als Geschenk. Ein Mann der großen Gesten. Auch der gefangene Befehlshaber der XV. Legion, Lupercus aus dem eroberten Xanten (Castra Vetera) wollte Civilis Veleda als Geschenk übersenden. Leider kam Lupercus nicht bei Veleda an, er wurde auf dem Weg zu ihr nach Lippstadt ermordet.

Der etwas rauhere Charakter von Civilis zeigt sich auch in der Episode mit den römischen Gefangenen in Köln. Angeblich stellte Civilis in seinem Kölner Haus seinem kleinen Sohn einige römische Gefangene als Zielscheibe für dessen erste Schießübungen zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Bataveraufstand oder der Befreiungskrieg am Rhein

Die Bedeutung und Teilhabe von Veleda am sogenannten Bataveraufstand kann nicht hoch genug eingeschätzt werden (1). Der Rheinkrieg 69/70 n. Chr. war keine spontane Erhebung römisch-germanischer Truppenteile in Mainz, sondern ein von Civilis und Veleda geplanter Angriffskrieg Germaniens gegen Rom, einer "der entsetzlichsten aller Zeiten" (Mommsen).

Die Kriegsziele beider Akteuren mögen anfangs verschieden gewesen sein, am Ende hatte Veleda sich mit dem von ihr verhandelten Friedensvertrag durchgesetzt und eine Koexistenz zwischen Besatzungsmacht (linksrheinisch) und freien Germanen (rechtsrheinisch) erreicht. Ein "dauerhafter Grenzfrieden", wie Mommsen urteilte.            

Laut Tacitus war Civilis "fest zum Abfall entschlossen" und im Rheinkrieg wäre "der römische Staat beinahe niedergeworfen worden".

Bis dahin waren die Bataver (Niederländer) mit ihrer Hauptstadt Nijmegen (Noviomagus) "gehorsame und nützliche Untertanen" der Römer (Mommsen), stellten überdurchschnittlich viele Truppen und auch die kaiserliche Leibgarde. Batavische junge Männer waren auch aus nicht-militärischen Gründen im Reich beliebt.

Civilis brauchte für seinen Aufstand unbedingt die militärische Unterstützung der freien Germanen.
 

Karte Bataveraufstand,kl

       Karte Bataveraufstand

Zu diesem Zweck kamen die Germanen unter Führung von Veleda zu einem Stammestreffen zusammen, bei dem Civilis seine Pläne erläuterte. Civilis wusste, dass er Veledas Fürsprache gewinnen musste, denn ohne die militärische Stärke der rechtsrheinischen Germanenstämme hätte er seine Pläne nicht durchführen können.

Der Abfall von Rom wurde einstimmig beschlossen, nachdem Veleda zugestimmt hatte.

Civilis wurde beauftragt, auch die Gallier zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten zu gewinnen. Er selber sollte aus taktischen Gründen so lange wie möglich seine Führungsrolle vor den Römern geheim halten. Die Kämpfe begannen mit einem Angriff der Canninefaten (Nordholländer) unter Brinno auf römische Truppenteile, die auf der Bataverinsel (Rheindelta) stationiert waren. Auch die Friesen (Nordgermanen) und die Tungerer (Gallier) griffen in die Schlacht ein. Dabei ging das Römerlager Utrecht (Traictum) in Flammen auf. Civilis versuchte derweil, den römischen Oberbefehlshaber in Mainz (Mogontiatum), Flaccus, zu täuschen, indem er vorgab, sich selber auf Seiten der Römer um den Aufstand kümmern zu wollen. Tatsächlich setzte er batavische Truppen, die von Mainz aus nach Italien aufbrechen sollten, nach Norden in Marsch, um sowohl von Norden, als auch von Süden das große Militärlager Xanten (Castra Vetera) anzugreifen.          

Im Norden meuterten batavische Ruderer der römischen Rheinflotte und übergaben 24 römische Kriegsschiffe den Aufständischen. Civilis versuchte derweil, die Gallier in den gerade begonnen Angriffskrieg hineinzuziehen.

Die germanischen Nordtruppen zogen weiter nach Xanten, um sich mit dem Ostheer der Brukterer und Tenkteren zu vereinen. Das aus Süden hinzustoße Bataverheer sollte sich bei Xanten dem Rebellenheer anschließen. Xanten verfügte beim Beginn der Angriffe nur über eine eingeschränkte römische Besatzung von 5000 Soldaten (XV. Legion, Primigenia) , da Rom Teile der Rheinarmee in andere Teile des Imperiums abgezogen hatte. Der römische Truppenführer in Xanten, Lupercus, ließ unverzüglich die Verteidigungsanlagen verstärken und forderte Hilfe bei Flaccus in Mainz an.

Weil Flaccus in Mainz zu Kriegsbeginn die Lage falsch eingeschätzt hatte und widersprüchliche Anweisungen gab (zuerst befahl er Gallus in Bonn, die nach Norden ziehenden Batavertruppen aufhalten, dann widerrief er seinen Befehl), schwächte dieser alte und kranke Mann bereits zu Beginn seines Kriegseintritts seine eigene Position.

Bonn, mit 3000 Legionären, belgischen Soldaten und Zivilbevölkerung belegt, stellte sich unter Gallus Oberbefehl den aus Mainz heraufziehenden Bataverkohorten entgegen und wurde besiegt. Gallus hatte erwartet, dass Flaccus die Bataver verfolge und ihn bei Bonn unterstütze. Aber Flaccus war nicht zur Stelle. Zwar brachen die in Mainz stationierten Truppen im September 69 doch noch Richtung Neuss (Novaesium) auf, um sich dort mit der XVI Legion zu vereinen, von einem gut geplanten Truppenaufmarsch kann aber nicht die Rede gewesen sein. Bereits beim Abmarsch in Mainz gab es Widerstände bei den römischen Truppen und nachdem auch in Bonn römische Truppen den Befehl verweigert hatten, übernahm Vocula in Köln kurzerhand den Oberbefehl von Flaccus, wie es seine Truppen von ihm forderten.

Voculas erstes Zusammentreffen mit Germanen fand nördlich von Neuss statt, wo er in Kämpfe mit den Cungerern verwickelt wurde. Flaccus blieb derweil mit einem Teil der römischen Truppen in Neuss zurück. Vocula marschierte nicht weiter nach Xanten, sondern errichtete im Oktober 69 ein Marschlager bei Krefeld (Gelduba), um auf Verstärkung zu warten. Der Angriff von Civilis alliierten Truppen ("universa Germania" laut Tacitus) auf Xanten im November 69 wurde von der römischen Lagerbesatzung abgewehrt, so dass sich Civilis entschloss, einen Belagerungsring um Xanten zu errichten. Gleichzeitig beauftragte Civilis Maximus und Victor, Vocula in Krefeld anzugreifen.

Vocula hatte Glück. Da seine Truppenverstärkung rechtzeitig eintraf, konnte er die Angriffe der Germanen abwehren. Erst mit der Verstärkung marschierte Vocula nach Xanten, befreite das eingeschlossene Lager. Da die Lebensmittel in Xanten knapp geworden waren, schickte Vocula den Tross zwei Mal nach Neuss, um Nachschub zu holen.

Civilis griff im Dezember 69 den zweiten Zug der Nachschubeinheiten vor Neuss an und vernichtete ihn. Danach überfiel Civilis das Lager in Krefeld und eroberte es. In dieser Phase des gerade begonnenen Rheinkrieges hatten die Germanen jetzt die Oberhand und eroberten auch das Lager Neuss. Civilis kam zu Gute, dass die römischen Truppen in Neuss meuterten und Flaccus ermordeten. Vocula floh Anfang Januar 70 von Neuss zurück nach Mainz.

Mitte Januar 70  trafen sich die Aufständigen mit hochrangigen Galliern in einem Kölner Privathaus zu Geheimverhandlungen. Mit dabei waren die Treverer Classicus und Tutor,die bei den weiteren Kampfhandlungen eine bedeutende Rolle einnahmen, der Lingone Sabinus, einige Ubier und Tungerer. Es kam zum Bündnis Civilis - Classicus.

Im Februar 70 brach Vocula erneut nach Xanten auf, wohl auf Befehl aus Rom, kehrte allerdings kurz vor Xanten um, um sich ins Lager Neuss zurückzuziehen. Classcius griff in die Kämpfe ein, verfolgte Vocula bis nach Neuss und ließ ihn dort ermorden. Seine Legaten wurden gefangen genommen. Tutor kämpfte an der Südfront und besetzte Mainz.

Auch die römischen Truppen in Xanten kapitulierten. Im April 70 übergaben auch die Kölner ihre Stadt an Civilis. Civilis und Classicus hatten zuvor vereinbart, die Stadt und ihre Bewohner zu schonen. Tutor hatte mitgeholfen, die Ubier mit sanfter Gewalt "auf den richtigen Weg" zu bringen.

In Reims fand im April 70 eine erste und kurz darauf im Mai eine zweite Versammlung  der gallischen Stammesfürsten statt. Es sollte entschieden werden, ob ganz Gallien sich auf Seiten der Germanen dem Rheinkrieg anschließen solle. Während der Treverer Valentinus für ein militärisches Bündnis plädierte, argumentierte der Remer Auspex dagegen und setzte sich mit seiner Auffassung durch. Damit war eine wesentliche Voraussetzung für einen endgültigen Sieg der alliierten Truppen über die römische Weltmacht weggefallen. Classicus marschierte derweil nach Trier (Augusta Treverorum), besetzte es und übergab Valentinus die Befehlsgewalt.

Kaiser Vespasian in Rom schickte nun Cerialis als Nachfolger für Vocula nach Mainz. Cerialis hatte bereits in Britannien bei der Niederschlagung des Boudicca-Aufstandes militärische Erfahrung gesammelt und hatte in Italien gekämpft. Tutor wich derweil nach Bingen (Bingium) aus, wurde dort aber mit seinen Treverern von Cerialis geschlagen.

Im Mai 70 zog Cerialis Richtung Xanten, allerdings nicht am Rhein entlang, sondern über Trier, das er bereits nach drei Tagen erreichte. In Trier wollte er sich mit römischen Truppen aus Metz zusammenschließen. Truppenteile von Civilis waren in Zülpich (Tolbiacum) stationiert und wurden über die Eifelheerstraße über Jünkerath und Bitburg nach Trier in Marsch gesetzt.  Noch bevor Civilis und Classicus mit ihren Truppen eintrafen, eröffnete Valentinus vor der Stadt die Kampfhandlungen und wurde von Cerialis besiegt.

Cerialis verschonte allerdings die Treverer und wendete sich in einer Rede an das Volk in Trier. Vor allem wollte er den Galliern ihren Glauben an die "germanische Bundesgenossen" nehmen. Civilis und Classicus übersandten Cerialis daraufhin ein Friedensangebot, dass er allerdings ablehnte.

Jetzt griffen die Alliierten das römische Heer in Trier an. Während Civilis noch auf weitere germanische Verstärkung warten wollte, setzten sich die Gallier Tutor und Classicus mit einem Blitzangriff durch. Ubier und Lingonen in der Mitte, Bataver an der linken Flanke, Brukterer und Tenkterer an der rechten. Zwar konnten die Alliierten eine Moselbrücke erobern, wurden aber nach harten Kämpfen von Cerialis zurückgeworfen und mussten sich zurückziehen.

Civilis erreichte die Nachricht, dass die Kölner nach seiner Niederlage bei Trier sich den Römern wieder annähern wollten und Geiseln boten, darunter seine Ehefrau und seine Schwester, die in seinem Haus in Köln wohnten. Auch Classicus Tochter wurde als Geisel angeboten. Civilis eilte zurück nach Köln und von da weiter in die Niederlande, da die römische XIV. Legion von Britannien aus in Marsch gesetzt war. Allerdings konnte er mit Unterstützung der Canninefaten einen großen Teil der römischen Britannienflotte vernichten. Köln war im Juli 70 wieder in römischer Hand.

 

Sowohl Cerialis als auch Civilis sammelten ihre Kräfte und trafen mit jeweils einem großen Heer bei Xanten aufeinander. Ceralis führte die II. Legion, die XI. Legion und die XIV. Legion an. Die XIV. Legion tauschte er später gegen die X. Legion, die aus Spanien eintraf, aus. Civilis versuchte die große Feldschlacht zu vermeiden, plante einen Partisanenkampf. Dazu baute er einen Damm über den Rhein, um das Sumpfgebiet bei Xanten weithin zu überfluten. Bei ersten Auseinandersetzungen im Sumpf waren Civilis Truppen durchaus erfolgreich. Auch die Lippe-Brukterer kamen schwimmend über den Rhein und griffen am Damm in die Kämpfe ein.

Es wendete sich das Blatt zugunsten Cerialis, als ein batavischer Verräter mit Ortskenntnis Cerialis eine Umzingelungsstrategie verriet. Civilis Truppen flohen über den Rhein in den freien Teil Germaniens, wurden von Cerialis auch nicht verfolgt, weil die römische Rheinflotte noch nicht eingetroffen war. Civilis, Classicus und Tutor sammelten ihre Truppen auf Batavergebiet und griffen die Römer im August 70 erneut an, gleich vier Läger an einem einzigen Tag  (Kleve/Harenatium mit der X. Legion, Batavorum mit der II. Legion, Grinnes und Vada mit Kohortenverbänden). Als Cerialis auch die Niederlande besetzte, zog Civilis sich wiederum ins Linksrheinische zurück.
 

Tireme

       Trireme, Mosaik, Tunesien

Obwohl Civilis immer noch nicht geschlagen war, endete der Kampf schließlich überraschend. Wiederum war Veleda im September 70 in die Verhandlungen mit Cerialis, Civilis und weiteren Germanenfürsten eingeschaltet. Cerialis versuchte, Veleda zu einer Einstellung der Kampfhandlungen zu bewegen, indem er sich direkt an sie wandte. Veleda erreichte in den Friedensgesprächen, dass Civilis Cerialis im Oktober 70 die endgültige Kapitulation bei einer Brücke über die Nabilia in den Niederlanden überreichte.

Tacitus Bericht über die eigentlichen Friedensverhandlungen Veledas in Rom sind verschollen.

 

 

 

 

 

 

Veledas Bedeutung in der Geschichte

Veleda ist eine deutsche Nationalheldin, man kann Sie durchaus mit Jeanne d'Arc in Frankreich vergleichen.

Schon der Dominikanermönch Jean Nidier, gestorben 1438, verglich in seinem Buch De Sybilla Francica Jeanne d'Arc mit Veleda, nach Nidier sei Jeanne d'Arc, die er wohl persönlich kennen gelernt hatte, "eine christliche Veleda" gewesen.

Einschätzungen älteren und neueren Datums gibt es viele: "Veleda verfügte über große Macht" urteilte Tacitus, sie habe bei vielen Germanen sogar "als göttliches Wesen" gegolten. "Veleda war zweifellos politisch einflussreich" sagt Edith Ennen 1984, ihre "Autorität wurde vom gesamten Heer der Aufständischen anerkannt", sagte Mommsen 1856. “Veleda beherrschte Germanien” urteilte Bohn 1794, sie war “das Gehirn des Bataveraufstandes”, so Jahn 2001.

Das "sanctus" bei Tacitus im Zusammenhang mit Veleda darf nicht mit dem christlichen heilig verwechselt werden. Sanctus meint bei Tacitus eher weise, mächtig, vielleicht sogar mächtig gefährlich.

Auch "providus" bei Tacitus meint im Bezug auf Veleda nicht seherisch oder hellseherisch, sondern vorausschauend, oder, wie man heute sagen würde, visionär, eine besondere kognitive Fähigkeit, wie sie einer germanische Freiheitskämpferin des ersten Jahrhunderts nach Christus gut zu Gesicht stand. Und machtbewusst obendrein. Und scheinbar auch gefürchtet. In seinen Historien legt Tacitus 104-110 den Batavern den Ausspruch in den Mund, sie "würden lieber römische Fürsten über sich haben, als germanische Frauen".

Für die Istävonen und ihrer Anführerin Veleda war der Ausgang des Rheinkrieges Anlass, neben der religiösen Einigkeit auch eine politische Einheit anzustreben.
 

Jeanne d'Arc,kl

       Jeanne d’Arc, Place des
       Pyramides, Paris

Schon zwei Generationen nach Veleda schlossen sich die Brukterer und die anderen istävonischen Stämme zum Großstamm der Mutigen, Kühnen und Freien zusammen, den Franken. 306 kämpfen Brukterer auf Seiten von Kaiser Konstantin als reguläre Einheiten in dessen Bürgerkriegsheer, gleichzeitig gab es ab 261 immer wieder Beutezüge brukterischer und anderer fränkischer Gruppen westlich des Rheins.

Auf der Tabula Peutingeriana um 350 n. Chr. ist das Brukterer-Territorium bis an den Rhein eingezeichnet und umfasst das gesamte rechtsrheinische Gebiet zwischen Duisburg und Neuwied, auch die Deutzer Seite von Köln. Um Köln vor Überfällen zu schützen, hatten die Kölner schon 315 rechtsrheinisch in Deutz das Castrum Divitium errichtet.  

455 eroberten die Franken endgültig Köln, danach Aachen und Reims. Die Cherusker schlossen sich mit norddeutschen Stämmen zu den Sachsen zusammen. Um 500 verlief die Grenze zwischen Franken und Sachsen östlich von Lippstadt. Um 700 hatten die Sachsen ihren Einfluss bis nach Wuppertal ausgedehnt. In den folgenden Kriegen besiegen die Franken die Sachsen. 784 fand eine große Schlacht unter Beteiligung von Karl dem Jüngeren, Sohn Karls des Großen, bei Lippstadt statt, “dort wo die Glenne in die Lippe fließt”, wie es in den Quellen heißt.

Die Deutschen haben sich bisher lieber auf Veledas männliche Heldenkonkurrenz gestürzt, auf Arminius, den Cherusker und Siegfried, den Nibelungen. Aber Kampfesmut und rohe Kraft haben die deutsche Frühgeschichte nicht alleine geprägt. Eine kluge Frau aus Lippstadt, Veleda, die Lippe-Brukterin, hat von ihrem Turm an der Lippe aus Weltgeschichte geschrieben.

Ihre Würdigung in Deutschland ist allerdings mager. In Lippstadt sucht man vergeblich nach einem Veleda-Denkmal. In Köln hat man bei der Suche nach einer Stadtheiligen Agrippina den Vorzug gegeben. Die kölnischen Frauen wollten Veleda - sie haben sich aber nicht durchsetzten können. Für eine kleine Veledastraße hat es in Köln aber immerhin gereicht. "Veleda, die mit kluger Einsicht in die Lage die Existenz der Stadt (Köln) durch ihren Spruch rettete, verdiente es, stärker in die Erinnerung unserer Zeitgenossen gebracht zu werden" urteilte hingegen Prof. Volkmann aus Köln. Recht hat er.

 

 

 

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt am 07.01.2017 geändert.